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Deutsch-Russisches Friedenswerk e.V.

deutsches Herz trifft russische Seele

Gesunde Landwirtschaft

Humuserzeugung

Wenn unsere Böden oftmals nicht mehr das leisten, was wir von ihnen erwarten oder wünschen, so läßt sich daran sehr viel ändern - nämlich mit einer sorgfältig gepflegten Kompostwirtschaft. Ein CMC-Qualitätskompost zeichnet sich aus durch

 

  • eine hohe Düngekraft
  • führt zur raschen Bodengesundung und
  • bewirkt bestes gesundes Pflanzenwachstum.

Organische Abfälle (Küchenabfälle Gartenabfälle Mist, Rasenschnitt..) sind wertvolle Rohstoffe für die Kompostierung. Diese oft achtlos weggeworfenen Materialien können in einer richtigen Mischung zu einem Qualitätskompost verarbeitet werden. Dazu müssen Sie wissen, daß die Verrottung lebensgesetzlichen Grundlagen unterliegt, die unbedingt zu berücksichtigen sind, um einen guten Kompost mit hoher Qualität zu erhalten.

 

1. AUFSETZEN der ROHMATERIALIEN

A) Feuchtigkeitszustand der Rohmaterialien

a) zu nasser Kompost verhindert den Sauerstoffzutritt. Die Folge ist dann ein anaerober Zustand im Komposthaufen und das Rohmaterial verfault, anstatt zu verrotten: dies ist absolut unerwünscht.

b) Auch zu trockener Kompost ist absolut unerwünscht. In diesem Fall setzt nur eine schwache - oder oft gar keine - Verrottung ein; die Substanzverluste sind groß. Sie sollten deshalb, wenn Sie im Verlauf des Vegetationsjahres Rohmaterialien sammeln, diese vor Feuchtigkeit schützen (z.B. Laub, trockene Erde, Feinhäcksel, Unkraut, usw.). Rasenschnitt erst abtrocknen lassen und dann auf die Sammelstelle geben. Ständiger Regenschutz über dem Sammelplatz ist besonders wichtig. Die nötige Feuchtigkeit kann beim Aufsetzen und beim laufenden Wenden reguliert werden.

c) Küchenabfälle können mit "SESO-fest" konserviert werden. (siehe unter Seso-fest) Mit Seso- fest vergammeln und verfaulen die Küchenabälle nicht, sondern dieses wertvolle Rohmaterial wird bis zur Kompostierung konserviert.

 

B) Kohlenstoff-Stickstoffverhältnis

Für eine ideale Verrottung ist das Verhältnis zwischen Kohlen- und Stickstoff wichtig. Dies wird durch die Formel C:N ausgedrückt. Ein harmonisches C:N-Verhältnis für Kompost ist 30:1. Tierische Abfälle enthalten viel Stickstoff. So kann ein Zusatz von 10 - 20 % Mist den eher stickstoffarmen Haushalts- und Gartenabfällen den gewünschten Ausgleich bringen.

 

C)Die Ausgangsmaterialien:

Je bunter die Mischung unserer Ausgangsmaterialien ist. umso größer ist die Aussicht auf beste Qualität des Endproduktes.

Um einen guten Kompost zu erhalten, benötigt man folgende Rohmaterialien:

a) organische Abfälle aller Art, jedoch keine Sägespäne

b) mindestens 10 % lehmige, tonhaltige Erde

c) Urgesteinsmehl (bitte achten Sie auf Zusammensetzung des Materials und Feinheitsgrad. Es sollte auf alle Fälle Spurenelemente enthalten, welche auf die mikrobiologische Enzymaktivität einen großen Einfluß ausüben)

d) CMC Bakterienstarter nach Dr. Ehrenfried Pfeiffer

e) 10% fertigen Kompost

 

D) Die Anwendung des CMC -Starters (bei Handarbeit)

Vorbereitung des Starters:

Für 1 m3 Kompost benötigen Sie eine Einheit Starter = 30 g. Unmittelbar, bevor Sie den Kompost aufsetzen, mischen Sie die nötige Menge Starter mit Wasser. Zur gleichmäßigen Verteilung können Sie eine Gießkanne mit feiner Brause oder ein Sprühgerät benützen. Die Düsen müssen mindestens 0,8 mm Durchmesser haben.

Wenn Sie eine Gießkanne verwenden, so verdünnen Sie den Starter mit etwa 20 Liter Wasser pro m3 Kompost. Mit einer Rückenspritze brauchen Sie viel weniger Wasser, 5 Liter - je nach Art Ihres Gerätes. Am besten, Sie lassen den Starter durch ein Teesieb, damit es keinen Ärger mit Düsenverstopfungen gibt.

 

E) Aufbau der Kompostmiete

a) Breiten Sie nun die gut gemischten Abfälle in einer Schicht von höchstens 10 cm Höhe auf.

b) Begießen oder besprühen Sie die ganze Fläch möglichst gleichmäßig mit dem Kompost Starter.

c) Streuen Sie eine dünne Schicht Erde darüber. Es muß keine gute Gartenerde sein; wichtig ist, daß der Tonanteil hoch ist. Kompost kann Erde nicht ersetzen. Sand ist ungeeignet.

d) Wenn Sie Urgesteinsmehl verwenden, so bestäuben Sie ebenfalls jede Abfallschicht; pro m3 Rohmaterial 1 - 10 kg Urgesteinsmehl.

e) Bauen Sie so Schicht für Schicht sorgfältig weiter. Wichtig ist, daß verklumptes Material beim Aufsetzen gut aufgeschüttelt und wirklich locker gelagert wird. Die geimpften Bakterienstämme brauchen ein sauerstoffreiches Umfeld für Ihre Entwicklung. Wenn Sie einen fertig aufgebauten Komposthaufen erst am Schluß mit Starter übergießen, so ersetzt das nicht die schichtweise Impfung. Das ist nicht als Impfung anzusehen; die Stämme müssen direkt an das zu verarbeitende Material herangebracht werden.

f) Die Höhedes Walmes: 1 m bis 1,20 m Breite des Walmes: 1 - 2 m.

 

2. DAS UMSETZEN DES KOMPOSTES:

Im Kompost beginnt nun eine rege Tätigkeit der geimpfter Pilz- und Bakterienstämme. Dabei wird viel Sauerstoff benötigt und CO2 gebildet. Da CO2 schwerer als Luft ist, kommt es relativ schnell zu einem Stau von CO2 im untersten Drittel des Kompostwalms. Dadurch sinkt der Sauerstoffgehalt rasch ab - besonders in den ersten Tagen.

Daher muß der Kompost unbedingt belüftet werden, d.h., er muß innerhalb der ersten Woche fast täglichumgesetzt werden. Durch das Umsetzen und der damit erfolgten Belüftung des Kompostes bewirken Sie eine neuerliche Anregung der bakteriellen Vorgänge. Unserer Erfahrung nach, die wir jahrelang aus vielen Messungen und Beobachtungen aus der Praxis gewonnen haben, können wir Ihnen versichern, daß ein zu häufiges Umsetzen der Kompostmiete in der 1. und 2.Woche niemals schadet. Ab der 3. bis zur 6. Woche braucht die Mikroflora Ruhe für ihre Arbeit. Jetzt nur noch 1x wöchentlich wenden.

 

3. TEMPERATURVERLAUF

Waren beim Ausgangsmaterial genügend frische Abfälle- besonders frischer Mist oder Heu -vorhanden, so wird es schon am 2. Tag

a) zu einer Erwärmung kommen. Temperaturen bis 65° C sind erwünscht. Bei diesen Temperaturen werden die meisten Krankheitskeime
abgetötet und die Unkrautsamen vernichtet. Der gesamte Abbauprozeß läuft rasch und gezielt ab.

Temperaturen über 65° C im Kompost sind nicht erwünscht. Wird diese Temperatur erreicht, muß der Komposthaufen unverzüglich umgesetzt werden. Durch Zusatz von etwas mehr Erde könnenSie die Temperaturen tiefer halten. Den Walm eventuell etwas schmaler, dafür aber länger aufschichten.

b) Die tägliche Temperaturkontrolle ist besonders in der 1. Woche wichtig.

 

4. REGENSCHUTZ

Unsere jahrelangen Erfahrungen haben gezeigt, daß in unserer Klimalage für den Kompost ein Regenschutz unerlässlich ist. Dieser Regenschutz muß folgende Bedingungen erfüllen

  • der Luftzutritt sowie der Gasaustausch (02, CO2 usw.) darf nicht blockiert werden,
  • das Regenwasser muß gut abgeleitet werden,
  • das Material muß UV-beständig sein,
  • die Abdeckung darf nicht zu schwer sein und sollte möglichst von einer Person zu handhaben sein,
  • die Abdeckung darf vom Wind nicht fortgetragen werden.


Als die brauchbarste Abdeckung hat sich das Kompost-Vlies Top-Tex der Fa. Polyfelt erwiesen.


5. REIFETEST


Nach ca. 6 Wochen richtiger Kompostierung sollte in der warmen Jahreszeit der Kompost fertig sein. Im Winter dauert das Nachreifen länger. Bevor Sie jedoch einen Kompost ausbringen, sollte er unbedingt auf seine Bodenfreundlichkeit geprüft werden. Denn nur wenn Komposte bester Qualität in pflanzen- und bodenfreundlichem Zustand verwendet werden, haben wir den gewünschten Erfolg:

  • gesundes Wachstum
  • auf fruchtbarem Boden,
  • eine gute Boden-Krümelstruktur
  • gute Bodenatmung,
  • keine Wassererosion, aber
  • bestes Wasserhaltevermögen, welches für die mikrobiellen Umsetzungen sehr wichtig ist;
  • keinen Schädlingsbefall
  • keine Krankheiten
  • hohe Erträge
  • gute Haltbarkeit der Produkte - und
  • beste innere Qualität der Produkte


Ein fertiger Kompost muß folgende Tests bestehen:

a) Er darf kein Sulfid enthalten

b) Es darf kein Nitrit vorhanden sein

c) Der Ammoniumgehalt muß unter 2ppm liegen

d) Nitrat sollte eingebunden werden und höchstens im Bereich zwischen 200 - 300 ppm liegen

e) der pH-Wert sollte um den neutralen Wert liegen. Komposte unter pH 6 haben eine schlechte Qualität. Ein fertiger Kompost darf auch keinen pH Wert über pH 8 aufweisen

f) Der Chroma-Test nach Dr. Pfeiffer ergibt eine sehr gute ergänzende Aussage über den Reife- und Qualitätszustand des Kompostes.

Sollten Ihnen diese Tests nicht geläufig sein, haben Sie die Möglichkeit, sich dieses Wissen im Rahmen eines Bodenprüf- oder Kompostkurses anzueignen.